Wie Büroangestellte ein 2-wöchiges Fasten überstehen
Zeitplanung
Vom dritten bis zum fünften Fastentag funktioniert das Gehirn nicht richtig. Das liegt daran, dass das Gehirn benommen wird, während die Glukose zur Neige geht und Ketone gebildet werden. Wer in dieser Phase versucht, ein wichtiges Strategiepapier zu verfassen, häuft nur Überstunden an. Am Montag und Dienstag sollte man sich auf die verbleibenden Glykogenspeicher verlassen und gedankliche Aufgaben erledigen. Ab Mittwoch setzt man dann auf Fleißarbeiten wie das Sortieren von Excel-Tabellen oder die einfache Dokumentenprüfung. Wenn man das Energielevel am Wochenende durch einen leichten Spaziergang schont, kehrt ab der zweiten Woche die Konzentrationsfähigkeit zurück, um wieder komplexe Datenanalysen durchzuführen.
Umgang mit Firmenfeiern
Wenn man im Umfeld erzählt, dass man ein 2-wöchiges Fasten beginnt, reagieren alle entsetzt und besorgt. Wer das Wort Diät erwähnt, provoziert nur langweilige Vorträge – nutzen Sie stattdessen den Vorwand eines medizinischen Magenruhe-Protokolls. Dem Vorgesetzten sagt man einfach, dass der Magen zur Behandlung von Magenkrämpfen vorübergehend geschont werden muss, womit das Thema meist erledigt ist. Wer bei einer Firmenfeier nur dasitzt und nichts isst, steigert nur die Peinlichkeit. Am besten bestellt man sich direkt nach dem Hinsetzen ein Mineralwasser mit einer Zitronenscheibe, füllt das Glas auf und stößt damit an. Statt zu essen, bombardiert man die Kollegen einfach ununterbrochen mit Fragen, um die Kontrolle über das Gespräch zu übernehmen.
Schlaf-Routine
Gerät man in die Ketose, schaltet der Körper auf den Überlebensmodus um. Jede Nacht glänzen die Augen vor Wachheit, die Kortisolausschüttung steigt und man kann nicht einschlafen. Da Elektrolyte verloren gehen, plagen einen manchmal auch Wadenkrämpfe. Um diesen nächtlichen Wachzustand zu durchbrechen, muss die Abendumgebung komplett verändert werden. Um 21:00 Uhr wird die Wohnzimmerbeleuchtung auf orangenes Indirektlicht umgestellt. Um 21:30 Uhr schaltet man das Smartphone-Bildschirm aus und trinkt 300 Milligramm Magnesiumglycinat mit lauwarmem Wasser. Ein etwa 15-minütiges Fußbad in warmem Wasser löst die Anspannung im Gehirn, sodass man ins Bett gehen kann.
Management der ersten Mahlzeit
Wer 14 Tage lang nichts isst und dann plötzlich wieder Nahrung zu sich nimmt, überfordert das Verdauungssystem. Wenn man bei eingestellter Bauchspeicheldrüsen- und Magensäuresekzretion Kohlenhydrate hineinstopft, droht eine gefährliche Hypophosphatämie. Die ersten 48 Stunden unmittelbar nach dem Fasten erfordern einen äusserst vorsichtigen Umgang, um den Magen aufzuwecken. In den ersten 12 Stunden trinkt man lediglich 150 Milligramm warme Rinderknochenbrühe. Am nächsten Tag isst man eine weichgekochte Spinatsuppe oder ein pochiertes Ei, und danach deckt man den Proteinbedarf mit 100 Gramm gedünstetem Kabeljau. Nur wer diese Reihenfolge einhält, verhindert Fressanfälle und kann ohne Magen-Darm-Beschwerden in den Alltag zurückkehren.