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Wer täglich mehr als 8 Stunden auf den Monitor starrt, dessen Schultern beugen sich nach innen. Wenn dieser Zustand anhält, ist die „Frozen Shoulder“ keine ferne Zukunftsmusik mehr. Um sich sofort an eine Klimmzugstange zu hängen, fehlt es oft an Kraft und die Schultern schmerzen. In einem solchen Fall hilft der Esstisch. Legen Sie sich unter einen stabilen Tisch, greifen Sie die Kante der Tischplatte und ziehen Sie Ihren Körper hoch, bis die Brust den Tisch berührt – das sogenannte Inverted Row (umgekehrtes Rudern).
Dieses horizontale Ziehen am Tisch stimuliert den unteren Trapezmuskel und die Rautenmuskeln. Wenn Sie die Füße zum Körper ziehen und die Knie beugen, verringert sich die Gewichtsbelastung, was die Übung erheblich erleichtert. Der Schlüssel liegt darin, die Schulterblätter am höchsten Punkt für 2 Sekunden zusammenzudrücken. Schon 3 Sätze à 10 Wiederholungen geben Ihnen das Gefühl, dass sich das Schultergelenk öffnet. Falls der Tisch wackelt, hängen Sie zwei Handtücher über eine Tür und fixieren Sie diese mit Knoten. Das Ziehen des Körpers, während man sich an den Handtüchern festhält und nach hinten lehnt, ist hervorragend zur Steigerung der Griffkraft. Eine 2010 in The Lancet veröffentlichte Studie betrachtet die Griffkraft als Maßstab für die kardiovaskuläre Gesundheit. Eine kräftige Hand ist somit ein Beweis dafür, dass man für ein langes Leben gerüstet ist.
Jeder weiß, dass Kniebeugen (Squats) gut sind, aber viele können sie aufgrund von Knieschmerzen nicht ausführen. Da die Hüftgelenke oft steif sind, müssen die Knie die Last kompensieren. Die Lösung ist der Box Squat, bei dem die Höhe eines Stuhls genutzt wird. Beginnen Sie zunächst mit einem gewöhnlichen, 42 cm hohen Esszimmerstuhl. Halten Sie für 1 Sekunde inne, sobald das Gesäß den Stuhl leicht berührt, und drücken Sie sich dann über die Fersen vom Boden ab, um aufzustehen. Nutzen Sie keinen Schwung, damit die Gesäßmuskulatur (Glutäus) richtig arbeitet.
Sobald Sie sich daran gewöhnt haben, senken Sie die Höhe auf ein 30 cm hohes Bett oder einen 23 cm niedrigen Badhocker. Je größer der Bewegungsumfang, desto stärker wird die Gesäßmuskulatur aktiviert. Wenn Sie ein 2,5 cm dickes Buch unter die Fersen legen, können Sie verhindern, dass der Oberkörper zu weit nach vorne kippt und die Knie belastet. Bei konsequenter Durchführung über 8 Wochen verringert sich das Stechen im Knie beim Treppensteigen spürbar.
Bei Büroangestellten sind die Hüftgelenke ständig „geschlossen“. Wenn sich der Hüftbeuger (Musculus iliopsoas) verkürzt, trägt der untere Rücken die gesamte Last. Versuchen Sie Hüftrotationsübungen (CARS) mithilfe einer Wand. Stellen Sie sich an eine Wand, heben Sie ein Knie hoch an und zeichnen Sie einen großen Kreis. Dabei muss das Becken nach vorne fixiert bleiben, während nur der Oberschenkelknochen rotiert. Dies fördert die Zirkulation der Gelenkflüssigkeit und löst Verspannungen.
Integrieren Sie während der Arbeit isometrische Übungen. Legen Sie Ihre Handflächen unter den Schreibtisch und drücken Sie 10 Sekunden lang kräftig nach oben. Diese „Desk Up-Press“-Bewegung aktiviert gleichzeitig den Core und die Oberkörpermuskulatur. Auch die Angewohnheit, beim Versenden von E-Mails die Gesäßmuskeln fest anzuspannen, ist hilfreich. Nur 2 Minuten Bewegung alle 2 Stunden entlasten den Druck auf die Lendenwirbelsäule. Diese kurzen Intervalle sind für die Gesundheit der Wirbelsäule vorteilhafter, als eine Stunde am Stück im Fitnessstudio zu trainieren.
Ob das Training wirkt, sollte anhand von Zahlen überprüft werden. Machen Sie den STS-Test (Sit-to-Stand), bei dem gemessen wird, wie oft Sie in 30 Sekunden von einem Stuhl aufstehen können. Wenn Männer in den 40ern weniger als 25-mal und Frauen weniger als 20-mal schaffen, sendet die Unterkörpermuskulatur ein Warnsignal. Schwindet die Muskelkraft, rückt ein unabhängiger Lebensabend in weite Ferne.
Schmerz ist eine Warnung des Körpers. Wenn das Schmerzniveau während des Trainings höher ist als gewöhnlich oder länger als 24 Stunden anhält, reduzieren Sie sofort die Intensität. Passen Sie die Übung an, indem Sie die Stuhlhöhe erhöhen oder die Anzahl der Wiederholungen verringern. Machen Sie jeden Sonntag den SRT (Sit-and-Rise Test), bei dem Sie vom Boden aufstehen, ohne sich mit den Händen abzustützen. Ziel ist es, mindestens 8 von 10 Punkten beizubehalten. Je mehr Daten Sie sammeln, desto mehr Kontrolle gewinnen Sie über Ihren eigenen Körper.
| Messgröße | Durchschnitt 40er | Zielwert | Gesundheitliche Bedeutung |
|---|---|---|---|
| 30s Aufstehen vom Stuhl (M) | 25-mal | 30-mal oder mehr | Unterkörperkraft |
| 30s Aufstehen vom Stuhl (F) | 20-mal | 28-mal oder mehr | Unterkörperkraft |
| Aufstehen vom Boden (SRT) | 8 Punkte | 9 Punkte oder mehr | Ganzkörperkoordination & Lebensdauer |
| Einbeinstand | 40 Sek. | 60 Sek. | Gleichgewicht & Core-Kontrolle |