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Die Mars-Besiedlung ist kein romantisches Abenteuer. Sie bedeutet die biologische Dekonstruktion und Rekonstruktion der Spezies Mensch. In dem Moment, in dem wir die sichere Wiege der Erde verlassen, verliert unser Körper den Schutzschild von Schwerkraft und Magnetfeldern und beginnt eine unkontrollierbare Mutation. Während Elon Musk Raketen ins All schießt, warnen Biologen davor, wie die geringe Schwerkraft und die Strahlung des Mars die menschliche DNA zerstückeln werden.
Es geht nicht nur darum, den Wohnort zu wechseln. Die Menschheit, die zum Mars aufbricht, kann nicht länger dieselbe Spezies wie ihre Familie auf der Erde bleiben. Wir untersuchen schrittweise die biologischen Kosten, denen wir auf dem Roten Planeten begegnen werden, und das Bild des neuen Menschen, der daraus entstehen wird.
Während der sechs bis acht Monate dauernden Reise zum Mars erreicht Ihr Körper den Höhepunkt der Degeneration. Das Skelett, das auf die Erdschwerkraft ausgelegt ist, verliert in der Schwerelosigkeit seine Daseinsberechtigung.
Um diesen zerstörerischen Prozess zu stoppen, sind tägliches hochintensives Widerstandstraining und künstliche Schwerkraftvorrichtungen unerlässlich. Doch das ist erst der Anfang. Das eigentliche Problem beginnt in dem Moment, in dem man die Marsoberfläche betritt.
Der Mars besitzt kein starkes Magnetfeld wie die Erde. Das bedeutet, dass die kosmische Strahlung die Gehirnzellen der Siedler direkt trifft. Die galaktische kosmische Strahlung (GCR) verursacht chronische Entzündungen im Hippocampus und im Frontallappen.
Forschungsdaten zeigen, dass sich bei langfristiger Exposition Amyloid-Beta-Plaques ansammeln, wie sie auch bei Alzheimer-Patienten zu finden sind. Jeder dritte Siedler wird voraussichtlich unter Gedächtnisstörungen leiden, und 20% könnten extreme Angstzustände entwickeln. Es entsteht die paradoxe Situation, dass Siedler mit getrübtem Urteilsvermögen eine Gemeinschaft in einer extremen Umgebung aufrechterhalten müssen.
Wenn sich die Mars-Besiedlung über Generationen erstreckt, beschleunigt sich die Evolutionsrate aufgrund der biologischen Isolation. Dies wird als „Inselregel“ bezeichnet. Es ist das gleiche Prinzip, nach dem Lebewesen auf isolierten Inseln einzigartige Formen annehmen. Nach einigen Generationen werden sich die Marsianer schon rein äußerlich völlig von den Erdbewohnern unterscheiden.
| Veränderungsfaktor | Physisches Ergebnis (Phänotyp) | Anmerkung |
|---|---|---|
| Geringe Schwerkraft () | Körpergröße steigt um 20%, Wirbelsäulendehnung | Deutlich größerer und dünnerer Körperbau als Erdbewohner |
| Kosmische Strahlung | Extreme Melaninansammlung | Hautfarbe wird sehr dunkel oder orange |
| Niedrige Lichtintensität | Vergrößerte Augen und Pupillen | Abnormale Entwicklung der Nachtsicht |
| Ressourcenknappheit | Senkung der Basalstoffwechselrate | Hochenergieeffiziente Körperstruktur |
Um der Strahlenbelastung zu entgehen, müssen Mars-Habitate unterirdisch und nicht oberirdisch gebaut werden. Die Marserde, Regolith genannt, muss mindestens 5m dick aufgetragen werden, um eine sichere Abschirmung zu gewährleisten.
Das Problem ist der psychische Druck, den geschlossene unterirdische Räume ausüben. Um dies zu lösen, wird zwingend eine biophile Landschaftsgestaltung eingeführt, die die natürliche Umgebung der Erde imitiert. Wenn durch künstliche Sonnenlichtsysteme nicht zwangsweise ein 24-Stunden-Zirkadianer-Rhythmus erzeugt wird, leiden die Siedler unter chronischer Insomnie und Depressionen.
Die unbarmherzigste Tatsache ist, dass die Mars-Generationen nicht mehr zur Erde zurückkehren können. Kinder, die auf dem Mars geboren und aufgewachsen sind, haben keinerlei Immunität gegen das mikrobielle Ökosystem der Erde. Ein leichter Erkältungsvirus für einen Erdbewohner wird für einen Marsianer zu einer Katastrophe, die das Aussterben der Spezies bedeuten kann.
Letztlich wird die Menschheit nicht auf die natürliche Anpassung warten, sondern die extreme Option der CRISPR-Genbearbeitung wählen. So könnten beispielsweise krebshemmende Gene (P53) aktiviert werden, die resistent gegen Strahlung sind, oder das Myostatin-Gen manipuliert werden, um Muskeln auch ohne Training zu erhalten. Dies wird der erste Schritt sein, in dem die Menschheit sich selbst in Maschinen oder synthetische Lebensformen umwandelt.
Die Mars-Besiedlung gleicht einer biologischen Strafe, die die Menschheit zahlen muss, um zu einer Weltraumzivilisation zu werden. Die geringe Schwerkraft des Mars dehnt unsere Knochen, die dünne Luft strukturiert unser Herz um, und die Strahlung zeichnet die DNA-Karte neu. Der einzige Weg für den Homo Sapiens, auf dem Mars zu überleben, besteht paradoxerweise darin, kein Homo Sapiens mehr zu sein. Wir sind derzeit Zeugen des größten Artbildungspunktes in der Geschichte der Menschheit.