Was zu tun ist, wenn das Gehaltsplus eines Kollegen für Unruhe sorgt
2026年7月27日
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Nach mehr als drei Jahren im Berufsleben macht sich seltsamerweise oft Unmut breit. Man weiß zwar im Großen und Ganzen, wie der eigene Job läuft, aber die Beförderung des Sitznachbarn oder Gerüchte über die Gehaltserhöhung eines Bekannten lassen einem plötzlich das Herz in die Hose rutschen.
Als das Karriereportal Incruit Berufstätige mit mehr als fünf Jahren Berufserfahrung befragte, gaben 90,6 % an, schon einmal ein Tief erlebt zu haben. Die häufigste Ursache war Unzufriedenheit mit den Aufgaben, gefolgt von Langeweile und niedrigem Gehalt. Das Interessante daran: Fast die Hälfte von ihnen versuchte nicht, das Problem zu lösen, sondern der Situation durch einen Jobwechsel zu entkommen.
Der Philosoph Nietzsche nannte diesen Zustand "Ressentiment". Man könnte es mit Groll oder Neid übersetzen. Wenn der Mensch nicht die Kraft hat, sein Leben aus eigener Macht zu verändern, aktiviert er einen sehr einfachen Mechanismus: Er wertet die Leistung des anderen ab, indem er behauptet, dieser habe "getrickst", oder hüllt die eigene Stagnation in das Gewand moralischer Überlegenheiten nach dem Motto: "Ich lebe wenigstens nicht so spießig und geldfixiert."
Einen erfolgreichen Kollegen zu beobachten und voreilig zu urteilen: "Der hat doch gar kein Leben mehr", ist ein Schutzsignal der Psyche. Die Psychologie unterscheidet zwei Arten von Neid: bösartigen und gutartigen Neid. Ersterer wünscht dem Gegenüber den Absturz; letzterer erkennt die Leistung des anderen an und nutzt sie als Antrieb, um sich selbst zu verbessern.
Das Gefühl von Magenbitternisse lässt sich nicht völlig verhindern. Man kann diesem Gefühl jedoch einen Namen geben.
Schon diese einfache Übung kann die Häufigkeit drastisch reduzieren, mit der Sie sich sofort von Emotionen leiten lassen. Sie verwandeln den Erfolg anderer in objektive Daten, die es zu analysieren gilt.
Andere schlechtzumachen bringt zwar kurzfristig Erleichterung. Rechnet man es aber durch, ist es ein extrem verlustreiches Geschäft. Umfragedaten unter Arbeitnehmern zeigen, dass Menschen im Schnitt 30 Minuten bis eine Stunde am Tag mit Geschwätz oder Beschwerden im Büro verbringen. Rechnet man die Zeit hinzu, in der man sich über das Social-Media-Profil anderer grämt, sinkt die tägliche Produktivität um mehr als 20 %.
Die Psychologen Fuschia Sirois und Timothy Pychyl nennen solches Verhalten "kurzfristige Stimmungsregulierung". Es ist nur ein Einwegpflaster auf einer Momentaufnahme von Schmerz, das langfristig die Fähigkeit untergräbt, Probleme wirklich zu lösen.
Um emotionale Verschwendung zu stoppen, müssen Sie zuerst Ihre Umgebung verändern.
Wenn Sie nur eine Stunde am Tag sparen, gewinnen Sie im Monat 20 Stunden. Das ist mehr als genug Zeit, um die eigenen Fähigkeiten auszubauen.
Der Grund, warum uns der Erfolg anderer wütend macht, liegt darin, dass wir nur das Ergebnis sehen, nicht aber den Weg dorthin. Es gleicht dem Eisbergmodell aus der Organisationspsychologie. Das sichtbare Gehalt oder der Titel machen nur 10 % aus. Unter der Wasseroberfläche liegen 90 % aus Überstunden, chronischem Stress und der Angst vor dem Scheitern.
Sie müssen die wahren Kosten hinter dem Erfolg des anderen aufschlüsseln.
Wenn Sie dazu nicht bereit sind, ist das Thema erledigt. Es handelt sich schlicht um Opportunitätskosten, die dadurch entstanden sind, dass Sie sich für die Bequemlichkeit entschieden haben. Sobald diese Rechnung abgeschlossen ist, verfliegt das Minderwertigkeitsgefühl ganz von selbst.
Die Bewertung durch andere oder der Titel im Unternehmen lassen sich nicht vollkommen kontrollieren. Ziele, deren Kontrolle bei anderen liegt, führen zwangsläufig zu Zukunftsängsten. Der einzige Ausweg besteht darin, den Maßstab auf eine interne Kontrollüberzeugung zu verlagern, die nur das eigene Handeln misst.
Klammern Sie externe Ergebnisse aus und erstellen Sie eine wöchentliche Punktetabelle.
Wenn Sie sich vom Blick der anderen lösen und darauf konzentrieren, Ihre eigenen Rekorde zu brechen, nimmt der Stress ab und echte Kompetenz baut sich auf.
Das Wesen der Selbstrechtfertigung ist nicht Faulheit, sondern Angst. Die Amygdala im Gehirn, die Verunsicherung registriert, überwältigt die Vernunft und wählt das Ausweichen. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, müssen Sie die Aufgabe in winzige Teile zerlegen und das Gehirn austricksen.
Wenn Sie eine kleine Handlung abschließen, speichert das Gehirn ein Erfolgserlebnis. Der einzige Weg, ein Leben zu beenden, in dem man auf der Stelle tritt und an anderen herumnörgelt, besteht darin, die klitzekleine Sache, die man heute tun kann, tatsächlich in die Tat umzusetzen.